Star Trek Beyond

Land: USA 2016
Laufzeit: 120 min
Regie: Justin Lin
Mit: Chris Pine, Zachary Quinto, Zoe Saldana, Karl Urban, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin , Idris Elba, Sofia Boutella, Shohreh Aghdashloo
Kinostart: 21.7.2016

Ein Beitrag unseres klingonischen Experten Julian Dax:

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© 2015 Paramount Pictures

Erfahrungsgemäß sind Star Trek-Fans bei Filmproduzenten eine gefürchtete Spezies, was wohl u.a. an der Langlebigkeit der Serie (50 Jahre!) liegt und der damit verbundenen Heterogenität sowohl der Zuschauer(erwartungen) als auch an den zahlreichen unterschiedlichen Fernseh- und Kinoinkarnationen. Auf gut Deutsch: so gut wie jeder Fan hat irgendetwas zu meckern.

So war denn auch im Vorfeld des nunmehr dreizehnten Kinofilms Star Trek Beyond in Fanforen zu lesen, es sei unmöglich, Simon Pegg, den Darsteller von Chefingenieur Montgomery Scott („Scotty“) auch am Drehbuch schreiben zu lassen. Vor allem wurden Befürchtungen laut, er als eigentlicher Komiker würde die Enterprise in eher klamaukige Zonen manövrieren.

Vor allem angesichts des ebenso düsteren wie umstrittenen Vorgängerfilms Star Trek Into Darkness (!!!) war zu erwarten, dass sich der Nachfolgefilm wieder mehr an der ursprünglich unbeschwerteren und optimistischeren Haltung der Serie orientiert. Und tatsächlich könnte man Star Trek Beyond als den berühmten Schritt in die richtige Richtung bezeichnen. Bei aller Schwere der Thematik – es geht um eine Superwaffe, die alles Leben im Universum bedroht – sind die Darsteller bei ihrem mittlerweile dritten Einsatz so gut aufeinander eingespielt, dass die von ihnen dargestellten altvertrauten Charaktere mit all ihren Macken und Marotten einfach großen Spaß machen, wobei deren Frotzeleien an keiner Stelle überzogen  wirken. So viel zu den anfangs erwähnten Befürchtungen.

Auch in Bezug auf neue Figuren hat man sich etwas einfallen lassen; vor allem Sofia Boutella, die bereits in Kingsman – The Secret Service als Bladerunnerin sämtliche Blicke auf sich zog, überzeugt voll und ganz als schlagkräftige Alienamazone. Und Idris Elba ist auch unter Tonnen von Make-up eine imposante Erscheinung.

Left to right: Simon Pegg and Director Justin Lin on the set of Star Trek Beyond from Paramount Pictures, Skydance, Bad Robot, Sneaky Shark and Perfect Storm Entertainment

Simon Pegg und Regisseur Justin Lin         © 2015 Paramount Pictures. All Rights Reserved

Schließlich haben sich die Macher auch an ein weiteres typischer Element der ursprünglichen Serie erinnert, den utopischen Gedanken an die Überwindung von gesellschaftlichen Tabus. Und was im Jahre 1968 der erste Kuss zwischen einer Schwarzen und einem Weißen war und für ziemliche Aufregung sorgte, ist heute das vollkommen unspektakuläre Outing eines wichtigen Besatzungsmitglieds; Hikaru Sulu wird nach der Landung eben nicht von einer Frau in die Arme genommen, sondern wie selbstverständlich von einem Mann – mitsamt kleiner Tochter, was wohl auch als Hommage an den ursprünglichen Darsteller von Captain Sulu gedacht ist: Im Jahre 2005 outete sich George Takei selbst als schwul, was seiner Popularität absolut nicht schadete, in den Jahren der Originalserie jedoch vollkommen undenkbar gewesen wäre.

Nachdem J.J.Abrams, der Regisseur der beiden Vorgängerfilme zum Konkurrenz- unternehmen Star Wars abgewandert ist und hier lediglich als Produzent fungiert, hat Justin Lin die Regie übernommen, den man von einigen der Fast & Furious-Filmen kennt, und das war vielleicht keine so gute Idee. Wer die Benzinsaga kennt, weiß, dass Lin ein Freund von rasant geschnittenen Actionsequenzen ist – und davon gibt es in Star Trek Beyond reichlich – und den Zuschauer gerne einem Bombardement von Bildern und Tönen aussetzt. Doch diese Beurteilung ist vermutlich einfach eine Frage des Alters des jeweiligen Zuschauers. Wo nötig jedenfalls, nimmt Lin das Tempo auch raus, was man beispielsweise sehr gut an dem wehmütigen Ende (Stichwort: Botschafter Spock!) erkennen kann.
Apropos wehmütig: Wie allgemein bekannt, starb Anton Yelchin, der Darsteller von Lieutenant Chekov, vor einigen Wochen bei einem Autounfall, was natürlich dazu führt, dass man jedesmal, wenn er zu sehen ist, daran erinnert wird, dass dieser ebenso junge wie talentierte Darsteller nicht mehr ist.

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6 Antworten zu Star Trek Beyond

  1. Laura Palmer schreibt:

    Raumschiff Enterprise – heute Abend in der Torpremiere… Warp…

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  2. Liegeradler schreibt:

    Wegen der späten Veröffentlichung dieses Artikels: Paramount hatte eine Sperrfrist drauf, die heute am Mittwoch um 16 Uhr endete…

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  3. Pingback: Star Trek Beyond: Trailer #4 – W wie Wehrfrank

  4. Wehrfrank schreibt:

    Zum Thema „Star Trek“ und Filmbuch: https://wehrfrank.wordpress.com/2016/07/21/the-star-trek-book/. Exzellent, nicht nur für Geeks.

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  5. Pingback: Kritik: Star Trek Beyond – filmexe

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