London has fallen

Land: GB/USA/Bulgarien 2016
Regie: Babak Najafi
Mit: Gerard Butler, Morgan Freeman, Aaron Eckhart, Angela Bassett, Melissa Leo, Jackie Earle Haley, Radha Mitchell, Robert Forster
Label: Universum
FSK: 16
DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung: 29.07.2016

Ein Beitrag unseres Action-Spezialisten Julian Dax:

London_has_fallen_cover

Vor drei Jahren – die Actionfilmgucker werden sich noch erinnern – gab es gleich zwei Filme, in denen das Weiße Haus von Terroristen eingenommen wurde: In Olympus Has Fallen von Antoine Fuqua waren es nordkoreanische Extremisten, in Roland Emmerichs White House Down kam die Bedrohung dagegen direkt aus dem inneren Zirkel der amerikanischen Regierung.
Auch wenn es in Anbetracht des total vergurkten Independence Day: Die Rückkehr absolut unwahrscheinlich klingt – Emmerichs Version von der Einnahme des Weißen Hauses war und ist der wesentlich unterhaltsamere und intelligentere (!!!) Film.
Da das zahlende Publikum weltweit jedoch nicht dieser Ansicht war und Fuquas dummem und extrem gewalttätigem Machwerk den Vorzug gab, folgt also nun die Fortsetzung London Has Fallen, diesmal inszeniert von Babak Najafi.

Nach dem überraschenden Tod des britischen Premierministers kommen zu dessen Begräbniszeremonie alle wichtigen Staatsoberhäupter (außer dem russischen – was sagt uns das?) in London zusammen. Natürlich ist das Ganze eine von langer Hand vorbereitete Falle eines extrem rachsüchtigen pakistanischen Waffenhändlers, der mit einem Streich die Welt ins Chaos stürzen möchte, indem er all diese Politiker umbringen lässt. Gesagt, getan – Schüsse fallen, Bomben gehen hoch, und auch eine extrem unansehnliche deutsche Kanzlerin erwischt es direkt vor dem Buckingham Palast. Selbstverständlich überleben lediglich der amerikanische Präsident Benjamin Asher und dessen Leibwächter Mike Banning, in Gestalt von Aaron Eckhart und Gerard Butler den heimtückischen Anschlag.

Was nun folgt, ist die sattsam bekannte x-te Stirb langsam-Variation mit all den üblichen Zutaten, d.h. Autoverfolgungsjagden, Hubschrauberabstürzen, Schießereien, Explosionen, usw. usw., versetzt mit Dialogen, die diesen Begriff eigentlich nicht verdienen. Im Gedächtnis geblieben sind mir z.B. Perlen wie Make these fuckers pay!, Stay alive, you gotta see your kid! und – mein persönlicher Favorit: Fuck, they´re not real cops!. Letzteres gibt Gerard Butler übrigens von sich, nachdem er bereits eine ganze Anzahl dieser Figuren erschossen hat, ohne überhaupt zu wissen, mit wem genau er es zu tun hat!

London_has_fallen

© Universum Film

Natürlich mögen jetzt einige einwenden, von einem Actionfilm verlangten sie weder ausgefeilte Dialoge noch logische Stringenz, aber was sich die Filmemacher in diesem Fall insgesamt leisten, spottet wahrlich jeder Beschreibung: Nicht nur ist die Ausgangs- idee absolut hirnlos, weil schlicht und ergreifend nicht durchführbar, nicht nur sind die Amerikaner durchweg die Guten und Starken, nein, Hauptfigur Mike Banning gehört offensichtlich auch zu jenen Menschen, bei denen jeder abgefeuerte Schuss sitzt, ganz gleich, aus welcher Situation abgefeuert, wogegen er selbst jeden Kugelhagel ohne Kratzer übersteht.

Und auch wer sich darauf freut, London wieder einmal in Schutt und Asche versinken zu sehen (zum wievielten Mal eigentlich?), wird letztlich enttäuscht, denn nach den obligatorischen Explosionen am Anfang des Films, die zudem aussehen wie aus den achtziger Jahren, spielt der Rest auf anonymen Straßen und in einem ebenso anonymen Gebäudekomplex, dem Hauptquartier der Terroristen. Dort kommt es denn auch zum finalen Showdown: Gerard Butler marschiert als eine Art Ein-Mann-Armee in das Gebäude und macht alles und alle platt.
Den entsetzten Einwand: There are about 100 terrorists in the building! kontert er dabei mit einem lockeren They should have brought more! Echt toll!!! Da es zudem in dem besagten Gebäude ziemlich dunkel ist und der Mensch, der den Filmschnitt zu verantworten hat, offensichtlich an ADHS leidet, kann man größtenteils praktisch lediglich Schüsse, Explosionen, fallende Körper und Geschrei ausmachen, wobei man natürlich weiß, dass es nur die Bösen erwischt.

Das Zusatzmaterial der Blu-Ray hat die stolze Laufzeit von 69 Minuten und besteht aus Einzelinterviews sowie einem „Making Of“. Als jedoch Aaron Eckhart mit ernster Miene darin zur Erklärung ansetzte, warum er diesen Film so schätzt (I like the realistic way action is portrayed..), konnte ich einfach nicht mehr und musste das Gerät ausschalten.

Technische Daten DVD:

Laufzeit: ca. 95 min.
Bildformat: 2,35:1 (16:9 anamorph)
Tonformat: DD 5.1
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Making of, Interviews mit Cast & Crew, 2 Featurettes

Technische Daten Blu-Ray:

Laufzeit: ca. 99 min.
Bildformat: 2,35:1 (1080p/24)
Tonformat: DTS-HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte
Extras: Making of, Interviews mit Cast & Crew, 2 Featurettes

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