Independence Day: Wiederkehr

Originaltitel: Independence Day: Resurgence
Land:
USA 2016
Laufzeit: 121 min
Regie: Roland Emmerich
Mit: Liam Hemsworth, Jeff Goldblum, Bill Pullman, Maika Monroe, Travis Tope, William Fichtner, Charlotte Gainsbourg, Judd Hirsch, Jessie Usher, Sela Ward, Brent Spiner
Kinostart: 14.7.2016

© 2016 Twentieth Century Fox

© 2016 Twentieth Century Fox

20 Jahren sind vergangen, seit die Erde die außerirdischen Invasoren besiegt hat. Die gesamte Menschheit hat sich danach zusammengetan und mit Alien-Technologie neue Waffensysteme konstruiert.
Doch der Überwachungsposten auf dem Mond muss als erstes dran glauben, als die außerirdische Brut nochmal zurückkommt. Dieses Mal mit Raumschiffen von kontinentaler Größe und der Möglichkeit, die Schwerkraft aufzuheben…

Die gute Nachricht zuerst: Der einstige Sindelfinger Nachwuchsregisseur Roland Emmerich, der 1984 mit dem Arche-Noah-Prinzip auf den großen Leinwänden debütierte, ist sich auch mit seiner aktuellen Science-Fiction-Geschichte treu geblieben: Als inniger Sympathisant des amerikanischen Metakinos demonstriert er sein Filmwissen, und so strotzt denn auch Independence Day: Wiederkehr nur so vor Hommagen und Zitaten.

Dass dem Filmemacher diesmal rund 200 Millionen Dollar zur Verfügung standen, merkt man dem Streifen natürlich an: Es ist – relativ betrachtet – sein bisher opulentestes Werk, das aber an den amerikanischen Kinokassen nicht den erwarteten Erfolg verbuchte.

© 2016 Twentieth Century Fox

© 2016 Twentieth Century Fox

Nun aber die schlechte Neuigkeit: Auch in Independence Day: Wiederkehr blieb sich der in Gönnerkreisen schwäbischer Steven Spielberg genannte Emmerich wie erwartet treu. Wie aus älteren Produktionen (Joey, Hollywood Monster, Moon 44, Stargate etc.) hinlänglich bekannt, beerdigt er seine eher dünne Geschichte unter einer Flutwelle von Anspielungen und Zitaten, weist sich quasi als unkritischen Anbeter des US-Fantasy- und Science-Fiction-Kinos aus und reiht munter wohlbekannte Versatzstücke aus Kriegs-, SF- und Katastrophenfilmen aneinander

So gewaltig die Spezialeffekte, so geschickt die Actionsequenzen und so ohrenbetäubend die bombastischen Musikeinlagen auch sind, so zwiespältig ist denn auch die Ideologie des Streifens: Da werden dem amerikanischen Publikum – auch noch von einem deutschen Regisseur – alle Heiligtümer serviert: Blut, Ehre und Tapferkeit, die Familie als oberstes Gut und natürlich Patriotismus pur.
Denn wenn man kollektiv Zeuge wird, wie gigantische Raumschiffe dunkle Schatten über die Erdkugel werfen oder ganze Großstädte in den Himmel gesaugt werden, ist die logische Konsequenz, dass der US-Präsident – wie schon im ersten Teil – persönlich in den Kampfjet steigt.

© 2016 Twentieth Century Fox

© 2016 Twentieth Century Fox

Independence Day: Wiederkehr ist ein typischer Roland Emmerich-Film: Ganz viel Krach und ganz wenig Hirn. Unglaubliche fünf (!) Drehbuchautoren waren notwendig, um das immerhin bildgewaltige Action-Kasperle-Theater ohne solide Geschichte und mit mehr als lächerlichen Charakteren, die hirnrissige Dialoge aufsagen, zu konzipieren.

Und wenn dann gegen Schluss endlich die Königin der Außerirdischen (Grüße an Giger und Cameron…) zur Strecke gebracht wurde, erfolgt die ultimative Drohung: Der Spruch Let’s kick some alien ass! lässt wohl eine weitere Fortsetzung befürchten…


PS: Die kürzlich veröffentlichte Roland Emmerich-Biografie finden Sie hier.

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2 Antworten zu Independence Day: Wiederkehr

  1. Laura Palmer schreibt:

    Ich freu mich auf die Fortsetzung. Mein Rezept: Einfach einen Emmerich-Film erwarten, dann wird man im Kino auch nicht enttäuscht *gggg*

    Gefällt 1 Person

  2. Laura Palmer schreibt:

    So, jetzt habe ich ID2 gesehen… Naja, mehr Geld, mehr FX, mehr Gedöns – aber weniger Charme und Herz wie der erste Teil. Ich muss dem Schreiber oben recht geben, dass man die fünf Drehbuchautoren nicht unbedingt merkt!

    Gefällt 1 Person

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