High-Rise

Land: GB/Belgien 2015
Laufzeit: 119 min
Regie: Ben Wheatley
Mit: Tom Hiddleston, Jeremy Irons, Sienna Miller, Luke Evans, Elisabeth Moss, James Purefoy, Keeley Hawes, Peter Ferdinando, Sienna Guillory, Reece Shearsmith
Kinostart: 30.6.2016

© DCM

© DCM Film Distribution

Irgendwann in den Siebzigern: Ein junger Arzt zieht nach seiner Scheidung in ein neu erbautes 40stöckiges Hochhaus am Rande Londons. Die Bereiche in dem imposanten Kasten sind klar gegliedert: Weiter oben die Betuchten, drunter die Mittelschicht und ganz unten das Prekariat. Im luxuriösen Dachgeschoss mit Privataufzug und Gartenanlage mit Pferd (!) residiert der Architekt dieser außergewöhnlichen Wohnanlage.
Durch integrierte Supermärkte und mannigfaltige Freizeitbereiche brauchen die Bewohner den Betonklotz erst gar nicht verlassen, man gibt sich stattdessen dekadenten Beschäftigungen und Feten hin.
Als sich einige Arme den Weg nach Oben erkämpfen, entzünden sich Konflikte und werden Barrikaden errichtet. Blut fließt. Dann werden die Lebensmittel knapp, der Strom fällt aus und der Müll stapelt sich bis zu Decke. Letztendlich ist nichts ist mehr so, wie es vom Architekten eigentlich konzipiert war…

J.G. Ballard veröffentlichte 1975 seinen Roman High-Rise (in Deutschland: Der Block/Das Hochhaus/High-Rise), der bisher als unverfilmbar galt. Doch der Filmemacher Ben Wheatley – ein Spezialist für sperrige Leinwandkost – dessen todbringende Groteske Sightseers (2012) als sein eindeutig konventionellstes Werk einzustufen ist, hat sich des Stoffes angenommen.

© DCM

Der Erbauer der Anlage (Jeremy Irons)          © DCM

Mit einem Ergebnis, das die wenigen Kinozuschauer, die sich in diesen Film verirren werden oder ihn gezielt besuchen, in eindeutige Lager spalten wird: Denn High-Rise kann man nur lieben oder hassen!
Zwar ist die Geschichte wunderbar in ausladendem CinemaScope fotografiert und gefällt durch die detaillierte Ausstattung, die die 70er zum Leben erweckt.
Und bietet die genialste Coverversion von S.O.S. von ABBA:

Doch die Inszenierung selber ist sperrig, experimentell, episodisch strukturiert und provoziert nahezu unendlich Stoff für Diskussionen und Interpretationen: Die könnten vom Kapitalismuskritik handeln, von einer Sozialstudie, vom Klassenkampf zwischen Arm und Reich…

PS: Wer sich beim Filmplakat an Irgendwas Vergangenes erinnert glaubt, liegt richtig:

© Warner Bros.

© Warner Bros.

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3 Antworten zu High-Rise

  1. Aktion Morgenluft schreibt:

    Na dann auf ins Kino heute! Der macht schon von allen Kritiken her Laune 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. Laura Palmer schreibt:

    Nix da, der deutsche Kinozuschauer muss ab heute den x-sten Aufguss von Ice Age (gähn!) gucken!

    Gefällt 1 Person

  3. Quadrataugenrunde schreibt:

    „Denn High-Rise kann man nur lieben oder hassen!“
    Ich mag High-Rise.

    Gefällt 1 Person

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