Woche 19: Victor Frankenstein / Die Poesie des Unendlichen / Mängelexemplar

Die Plünderung der Bücherregale geht weiter! Diese Kinowoche hatte ich ganze drei Literaturverfilmungen auf der Leinwand: einen absoluten Klassiker, etwas ziemlich Unbekanntes und etwas sehr Erfolgreiches, Modernes, Unerträgliches …

Victor_Frankenstein_Plakat

© 2015 Twentieth Century Fox

Originaltitel: Victor Frankenstein
Land:
USA/GB 2015
Laufzeit: 110 min
Regie: Paul McGuigan
Darsteller/innen: James McAvoy, Daniel Radcliffe, Jessica Brown Findlay, Andrew Scott, Charles Dance, Freddie Fox, Mark Gatiss, Callum Turner, Daniel Mays
Kinostart: 12.5.2016

Obacht: Ich setze mal die Frankenstein-Geschichte, die Mary Wollstonecraft Shelley im Jahr 1818 veröffentlichte, als bekannt voraus: Der Archetyp des Mad Scientists bastelt sich aus Leichenteilen einen Körper zusammen und schafft es tatsächlich, ihm mit der Energie von Blitzen (Ökostrom!) Leben einzuhauchen. Die so geschaffene Kreatur wendet sich aber schließlich gegen ihre Schöpfer…


So startet auch dieser Film und bricht gleich mit den Worten …aber das kennen Sie ja schon… wieder ab. Denn Victor Frankenstein – Genie und Wahnsinn erzählt seine Geschichte aus einer anderen Perspektive, nämlich aus der Sichtweise des Assistenten Igor. Der anatomisch vorgebildete Krüppel wächst in einem Zirkus auf, wird von Herrn Frankenstein befreit und in sein Labor überführt.

Zugegeben: die neue Adaption sieht gut aus und die aufwändig kostümierten Schauspieler sind auch bemüht. Aber das reicht nur bedingt aus, dieser kruden und holperigen Frankenstein-Variante neues Leben einzuhauchen. Denn trotz einiger Actionsequenzen macht sich angemessene Langeweile breit, bis die Titelfigur ihre DIY-Kreatur mit den Worten You are not life! wieder ins Jenseits befördert.


die-poesie-des-unendlichen-plakat

© Wildbunch Germany

Originaltitel: The Man you knew Infinity
Land:
USB/GB/Indien 2015
Laufzeit: 114 min
Regie: Matthew Brown
Darsteller/innen: Dev Patel, Jeremy Irons, Stephen Fry, Toby Jones
Kinostart: 12.5.2016

Der US-Autor Robert Kanigel veröffentlichte 1991 die Biografie Der das Unendliche kannte: Das Leben des genialen Mathematikers Srinivasa Ramanujan.

Nun kommt die Verfilmung dieses Buches in die Kinos: Ein junger Inder, der sich im Selbststudium höhere Mathematik beigebracht hat, wird 1913 nach England eingeladen. Der Cambridge-Professor G.H. Hardy hat die genialen Fähigkeiten des jungen Mannes erkannt und möchte ihn gezielt fördern…

Unterm Strich ein Wohlfühlfilm, der nicht wehtut und glänzend unterhält. Die Geschichte wird von Jeremy Irons als Mathe-Prof getragen, der an seiner Uni auch als Außenseiter gilt. Dazu ein bissel Culture-Clash, Rassismus und ganz viele komplizierte Formeln.


Maengelexemplar_plakat

© X-Filme

Land: Deutschland 2016
Laufzeit: 112 min
Regie: Laura Lackmann
Darsteller/innen: Claudia Eisinger, Katja Riemann, Barbara Schöne, Laura Tonke, Maren Kroymann, Maximilian Meyer-Bretschneider, Christoph Letkowski, Joachim Paul Assböck, Isabel Schosnig, Sebastian Schwarz
Kinostart: 12.5.2016

Karo ist jung, erfolglos, flippig und depressiv. Der Job ist dahin, der Freund auch, die Mutter und die beste Freundin sind massiv mit sich selbst beschäftigt.
Ergo pendelt Karo zwischen der Oma, der Psychotherapeutin Annette und unzähligen Weinkrämpfen hin und her…

Die Verfilmung von Sarah Kuttners Beststellerroman Mängelexemplar, der angeblich nichts Autobiografisches mitbringt, hat es mir im Kino nicht leicht gemacht: Ich war anfangs zwar fasziniert von Karo und ihren großen Augen, aber bereits nach wenigen Minuten hatte ich nur noch den Wunsch, diese junge Frau aus meinem Leben zu prügeln!
Denn Laura Lackmanns Regiedebüt hat mich bis zur Weißglut genervt, weil es irgendwo zwischen Drama und Komödie hin- und her zickt und dabei außer Klischees und einer weit über der Schmerzgrenze agierenden Claudia Eisinger nicht viel bietet.
Ein Film, der meine Magensäure bis zum Zäpfchen hochgezwungen hat!

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