Kontrastprogramm: Anomalisa vs. Daddy’s Home – Ein Vater zuviel

Zwei Filme an einem Abend – aber ein Gegensatz wie Tag und Nacht…

©2015 Paramount Pictures

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Anomalisa

Land: USA 2015
Laufzeit: 91 min
Regie: Duke Johnson und Charlie Kaufman
Sprecher/innen: Jennifer Jason Leigh, Tom Noonan, David Thewlis
Kinostart: 21.1.2016

Der Buchautor Michael ist deprimiert. Und auch die Geschäftsreise reißt ihn noch weiter runter, als er im Hotel einer alten Flamme begegnet.
Da lernt er Lisa kennen und die junge Frau bringt nicht nur sein Weltbild angemessen durcheinander.

Charlie Kaufman, der Drehbuchautor von etwas anderen Filmen (Being John Malkovich, Human Nature, Vergiss mein nicht!, Geständnisse) legt nun mit dem Stop-Motion-Animationsfilm Anomalisa seine zweite Regiearbeit vor. Der Trickfilm, der auf dem gleichnamigen Theaterstück Kaufmans basiert, wurde durch eine Kickstarter-Kampagne finanziert.

Der liebevoll animierte Puppenfilm ist inszenatorisch wie technisch beeindruckend und lebt von der Mimik seiner Charaktere wie auch der detailfreudigen Ausstattung. Die Geschichte wird ruhig erzählt und erfordert die Akzeptanz des Zuschauers.

Der Name des Hotel „The Fregoli“ ist kein Zufall, sondern eine Anspielung auf das Fregoli-Syndrom, bei dem die Erkrankten eine verzerrte Wahrnehmung aller Mitmenschen haben. Kaufman hat die Vorstellungen seiner Hauptfigur deswegen auch $optisch und akustisch spürbar gemacht: Alle Charaktere – außer Michael und Lisa – haben dasselbe Gesicht und werden von derselben Person gesprochen.

©2015 Paramount Pictures

Anomalisa ist ein surrealer, wertvoller, faszinierender, melancholischer, trotz Puppen zutiefst menschlicher, erfrischend freizügiger (!), handwerklich perfekter, natürlicher, ausdrucksstarker, genialer, humorvoller wie trauriger, intelligenter Blick aufs Leben. Unbedingt angucken!


©2015 Paramount Pictures

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Daddy’s Home – Ein Vater zuviel

Land: USA 2015
Laufzeit: 96 min
Regie: Sean Anders
Sprecher/innen: Will Ferrell, Mark Wahlberg, Linda Cardellini, Thomas Haden Church, Paul Scheer
Kinostart: 21.1.2016

Der Radioproduzent Brad hat die attraktive Sara geheiratet, aber deren Kinder erkennen ihn als neuen Vater nicht an. Als dann noch der leibliche Erzeuger der Kleinen auftaucht, entwickelt sich ein obskurer Machtkampf der beiden Männer um die Kinder.

Auch bei Daddy’s Home gilt wieder mal die Regel: Guckt man den Trailer, kann man sich den Hauptfilm sparen!

Denn die zwei (oder waren es drei?) gelungenen Witze rechtfertigen den Rest dieser albernen Komödie wohl kaum. 96 Minuten voller Peinlichkeiten, die sich wie zwei Stunden anfühlen…

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