Gilliamesque – Meine Prä-posthumen Memoiren

Buchtitel: Gilliamesque – Meine Prä-posthumen Memoiren
Originaltitel: Gilliamesque
Autoren: Terry Gilliam und Ben Thompson (übersetzt von Berni Mayer)
Verlag: Heyne Hardcore, 2015
Umfang: Gebunden, 308 Seiten, 19.6 x 25.6 cm
ISBN: 978-3-8105-2407-2
Preis: 26.99  Euro (AT: 27.80 Euro), E-Buch: –

Das künstlerische Universum des Terry Gilliam – seines Zeichens Trickfilmzeichner, Drehbuchautor, Regisseur und Schauspieler – ist schon immer von schrägen Charakteren bevölkert: Der 1940 in Minnesota geborene Mann war bereits als Mitglied der legendären Chaos*-Truppe Monty Python in vielerlei Disziplinen aktiv und hat auch nach der MP- Auflösung immer wieder als Regisseur gearbeitet, wobei Brazil – seine eigenwillige Adaption von Orwells 1984– weltweiten Kultstatus erlangt hat.

Unter dem Motto Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, ein volles Geständnis abzulegen, erschien kürzlich die deutsche Ausgabe von Terry Gilliams pre-posthumer Autobiografie in der innovativen Hardcore-Schiene des Heyne-Verlages.

Der schwere Band liegt gut in der Hand und macht einen hochwertigen Eindruck. Beim ersten schnellen Durchblättern fallen die durchgehend farbigen Illustrationen sowie das mehr als ungewöhnliche Layout auf: Denn die Gestaltung der Seiten erinnert immer wieder an die wohlbekannten Monty Python’s Flying Circus-Folgen, bei denen Gilliam für die schrägen Animationen zwischen den Sketchen verantwortlich war. Eine kleine Kostprobe (mit der legendären Brazil-Melodie) bietet der Trailer (!) zum Buch:

Bättern wir selber auf: Terry Gilliam startet seine Memoiren mit der Warnung, dass das Buch nicht jenes ist, welches er und seine Tochter Holly ursprünglich geplant hatten. Es entstand nämlich eher zufällig, als das Tonband lief… Tja, statt kuscheligen Familiengeschichten gibt es eine Hochgeschwindigkeitsjagd durch ein Leben voller Unfälle und Rutschpartien. [Zitat Ende]

Ich nehme keine Drogen…
Durch meinen Kopf schwappen genug bizarre Chemikalien.    [Terry Gilliam]

Denn der Regisseur sammelte zwar nach seinem Kultfilm Brazil (1985) auch mit Time Bandits, Die Abenteuer des Barons von Münchhausen, 12 Monkeys und Angst und Schrecken in Las Vegas immer wieder Erfahrung im fantastischen Genre.
Aber er produzierte auch Flops wie Brothers Grimm, der nur wenige Zuschauer vor die Leinwand lockte und Tideland, der hierzulande erst gar nicht in die Kinos kam.
Aber vor allem ist Terry Gilliam für sein mehr als halbes Dutzend unvollendeter Filmprojekte bekannt, deren Fertigstellung mehr in den Sternen steht…
Mehr darüber finden Sie in dem Buch Die besten Filme, die Sie nie sehen werden.

© Heyne Hardcore

© Heyne Hardcore

Zurück zur eigentlichen Autobiografie zu den pre-posthumen Memoiren: Terry Gilliam erzählt in den 15 Kapiteln, deren englische Titel man nicht übersetzt hat, von seiner Kindheit, seinen frühen künstlerischen Versuchen, seiner Arbeit mit den anderen fünf genialen Monty Python-Chaoten** und auch seinen eigenen Filmen, für die er als Drehbuchautor und Regisseur verantwortlich zeichnet.

Seine Schreibe ist wunderbar unterhaltsam und es macht richtig Spaß, mit diesem Visionär auf eine Reise voller Phantasie und surrealer Szenarios zu gehen. Die Texte sind großzügig mit Fotos, Collagen sowie Zeichnungen bebildert und alle paar Seiten finden sich handschriftliche Ergänzungen oder Kommentare.
Eine 32-seitige Leseprobe dieser visuell wie verbal außergewöhnlichen Autobiografie kann man sich von der Webseite des Verlages runterladen.

Gilliamesque – Meine Prä-posthumen Memoiren ist ein ebenso unterhaltsames wie informatives Buch für alle, die Terry Gilliam und seine visionären Arbeiten mögen. Klare Kaufempfehlung.


* Das ist liebevoll und voller Anerkennung gemeint!
** dto.


Weitere Bücher aus dem Hause Heyne finden Sie in unserer Filmbibliothek:

 

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