steady cam – Ein Nachruf?

Unter den zahlreichen Filmzeitschriften, die den Platz in meiner Wohnung immer mehr einengen, war mir die steady cam immer eine der Liebsten!

Ich entdeckte das Heft auf einem der Berlinale-Büchertische (in den Kinos Delphi, Akademie der Künste…) Anfang der 80er Jahre. Und habs dann immer regelmäßig gekauft (Filmlandpresse, München oder Lindemann, Stuttgart) und schließlich abonniert.
Wie soll man steady cam  – Eine Filmzeitschrift beschreiben?
Wohl am besten als engagiertes Fanmagazin, das mit jeder Ausgabe besser und vor allem professioneller wurde!
Der Herausgeber Milan Pavlovic erstellte die Hefte quasi am Feierabend, die Autoren sollen ohne Honorar und ohne Beschränkungen gearbeitet haben und das engagierte Blatt musste stets ums Überleben kämpfen.

steadycam1983

© MilanPavlovic

Denn die frühen Ausgaben waren wohl noch mit einer Schreibmaschine getippt und mit Fixogum layoutet, aber das änderte sich bald. In steady cam schrieben schließlich alle Menschen, die von Film & Kino eine Ahnung hatten…

steadycam1995

© Cambrimil

Die Hefte, die ziemlich unregelmäßig erschienen, enthielten Artikel über Filme, Festivals, Genres, Menschen und ganz viele Listen ihrer Autoren.

Umfang (und auch Preis) der Ausgaben gingen stets nach oben: Während das erste Heft noch 12 Seiten hatte und 2 Mark kostete, hatte die 50. Ausgabe stolze 354 Seiten und kostete 26 Euro:

steadycam2007

© BBL Verlag

Dieses Heft wird wohl die letzte Ausgabe gewesen sein, denn seit Sommer 2007 herrscht Funkstille um das Magazin. Schade, ich vermisse die steady cam seit dieser Zeit.

Ein Teil der Ausgaben ist antiquarisch, bei 2001, oder beim Verlag erhältlich.


Anekdote zum Schluss: Obwohl ich die einzelnen Ausgaben stets mit großem Interesse verschlang, gingen mir die englischen Artikel, überlangen Fotostrecken und genre-fremden Sportartikel auf die Nerven. Als ich das beim Herausgeber bemängelte, bedankte man sich mit folgendem Schreiben:

steadycam-brief

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4 Antworten zu steady cam – Ein Nachruf?

  1. Peter Scholz schreibt:

    DIE Kinozeitschrift meines Filmfanlebens. So sehr ich auch die Sportartikel verschmäht hab – heute (nachdem ich sie immer ausgelassen habe) macht es durchaus Spaß die Begeisterung des Autors/der Autorin zu würdigen. Im Zeitalter der immer schneller werdenden Informationsflut ist es eine Labsal sich mit den Marktbetrachtungen der Achtziger und frühen Neunziger auseinanderzusetzen – einer Zeit, als es noch kein Internet gab. Ich werde Herrn Pavlovic für seinen Enthusiasmus für alle Zeiten dankbar sein – von den alten CINEMAS jener Zeit könnte ich mich nach und nach tatsächlich trennen, wenn es denn sein müßte. Von den Ausgaben der „Steadycam“ never ever….. Und – wer weiß: vielleicht bringt Herr Pavlovic ja eine allerletzte Ausgabe während seiner Rentenzeit raus, in der es noch eine letzte Rundumbetrachtung der vergangenen 10 – 15 Jahre gibt. Ich tät´s mir, uns und ihm wahrlich wünschen!

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  2. Morgen Luft schreibt:

    Und was genau hast du nun gemeint? Hatte diese Zeitschrift auch immer Hitlisten? Oder meintest du inhaltlich?

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  3. Liegeradler schreibt:

    Die hatten über die Jahre hinweg immer wieder viele Hitlisten der Autoren – zu viele für meinen Geschmack…

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