Am grünen Rand der Welt

Originaltitel: Far From The Madding Crowd
Land: GB/USA 2015
Laufzeit: 119 Minuten
Regie: Thomas Vinterberg
Darsteller/innen: Carey Mulligan, Matthias Schoenaerts, Michael Sheen, Tom Sturridge, Juno Temple, Jessica Barden
Kinostart: 16.7.2015

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

Von den 14 Romanen des britischen Schriftstellers Thomas Hardy (1840-1928) ist die Erzählung Far from the Madding Crowd (1874) seine literarisch erfolgreichste und bedeutete für den Autor den Durchbruch: Bathsheba Everdene, eine junge Frau wird durch Erbschaft plötzlich zur Gutsbesitzerin und beschließt – damals eher unüblich – den landwirtschaftlichen Betrieb selber zu führen.
Drei unterschiedliche Männer – ein armer Schäfer, ein Großgrundbesitzer und ein Soldat – interessieren sich für sie und stürzen die Frau in einen Taumel der Gefühle, dem der Wunsch nach Unabhängigkeit gegenübersteht…

Far from a Madding Crowd oder in Deutschland Am grünen Rand der Welt ist seit 1915 mehrmals verfilmt worden, so beispielsweise durch John Schlesinger unter dem Titel Die Herrin von Thornhill (1967) mit Julie Christie in der Hauptrolle.

Nun hat sich der dänische Regisseur Thomas Vinterberg (Das Fest, Die Jagd) der Geschichte angenommen und seine Version dieses Stücks Weltliteratur inszeniert.

© 2015 Twentieth Century Fox

© 2015 Twentieth Century Fox

Ich muss gestehen, dass ich mit Beziehungs- und Kostümfilmen immer wieder so meine Probleme habe: Polanskis Tess (welch‘ Überraschung: auch eine Verfilmung eines Thomas Hardy-Romans…) habe ich noch als sicheres Mittel für den Tiefschlaf in böser Erinnerung…

Aber in Am grünen Rand der Welt blieb ich ebenso wach wie interessiert und habe mich durchgehend wohl gefühlt!

Das liegt zum einen an der technischen Seite des Films: Denn Vinterberg inszeniert die klassische Geschichte mit feministischen Untertönen zeitgemäß und spannend.
Seine Kamerafrau Charlotte Bruus Christensen, mit der er bereits bei Submarino und Die Jagd zusammengearbeitet hat, weiß die englischen Landschaften beeindruckend abzubilden. Und der Komponist Craig Armstrong steuert die passende Orchestermusik dazu bei.

Das liegt zum anderen an den Schauspielern: Bathsheba und ihre drei Verehrer werden ziemlich werksgetreu von glaubwürdigen und spielfreudigen Darsteller/innen verkörpert.

Am grünen Rand der Welt ist die moderne Interpretation eines klassischen Romans, die eine starke Heldin sowie große Gefühle und Romantik ohne Kitsch und Schmalz auf die Leinwand bringt.

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