Kino-Nostalgie: Das DTS-Verfahren

Das DTS (= Digital Theater Systems)-Tonverfahren wurde 1990 entwickelt, es kam 1993 bei Spielbergs Jurassic Park zum ersten Mal zum Einsatz.

Bis dahin war der Ton zum Film immer auf dem Filmstreifen selber, bei DTS wurde er auf mehreren CD-ROMs mitgeliefert. Das hatte für den Kinobetreiber den Vorteil, dass er für die Originalversion des Films keine zusätzliche Filmkopie, sondern nur die entsprechenden Silberscheiben benötigte:

DTD-Herr-der-Ringe

Die DTS-CDs mit dem deutschen Ton für „Herr der Ringe“

Damit die CDs mit dem Ton synchron zum Film liefen, befanden sich auf dem Filmstreifen kleine Markierungen mit dem Timecode, die die CD-Spieler steuerten:

tonverfahren1

Ganz links: Perforation
Dann 2 Spuren analoger Stereoton (4 Kanäle)
Dann DTS-Timecode

Im Gegensatz dazu eine Filmkopie mit anderen Tonspuren:

tonverfahren2

Zwischen den Perforationslöchern: Dolby Digital-Tonspur (76×76 Pixel, mit Logo in der Mitte)
Dann 2 analoge Tonspuren (4 Tonkanäle)

Ich schrieb 1994 einen Zeitungsartikel über DTS:

© Heilbronner Stimme

© Heilbronner Stimme

Nachdem die Filmindustrie immer mehr von raubkopierten Filmen und Downloads gebeutelt wurde, verschwanden auch die DTS-CD-ROMs ganz schnell. Zu groß war die Gefahr, dass die digitale Tonspur in falsche Hände geraten konnte…

Beim digitalen Kino der Gegenwart spielt DTS keine Rolle mehr.

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