Verfehlung

Land: Deutschland 2014
Laufzeit: 95 Minuten
Regie: Gerd Schneider
Darsteller/innen: Sebastian Blomberg, Kai Schumann, Jan Messutat, Sandra Borgmann,
Kinostart: 26.3.2015

© Camino Filmverleih

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Jakob, Dominik und Oliver sind langjährige und gute Freunde. Alle drei sind engagierte katholische Priester und der Meinung, in ihrer Institution etwas bewegen zu können…
Als Dominik plötzlich verdächtigt wird, einen Schüler sexuell missbraucht zu haben, sind seine Kameraden davon überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handelt, der schnell aufgeklärt wird.

Jakob beschäftigt sich näher mit den Vorwürfen und ist sich bald sicher, dass sie nicht aus der Luft gegriffen sind. Doch sein Freund Oliver – eine ranghoher Vertreter des Bistums – will die Wogen glätten und wiegelt ab.
Jakob stößt auf einen weiteren Fall von sexuellem Missbrauch und wird prompt von der Kirche gemaßregelt. Das verordnete Schweigen bringt den jungen Geistlichen in einen wahrlich schweren Gewissenskonflikt.

© Camino Filmverleih

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Gerd Schneider (Jahrgang 1974) über sein Regiedebüt: Schon lange hat mich der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen erschüttert. Vor etwa sieben Jahren hatte ich dann die ursprüngliche Idee zu einem Film, der sich mit genau diesem Thema auseinander setzt: Ein Gefängnisseelsorger hat den eigenen Kollegen und guten Freund plötzlich in der Untersuchungshaft sitzen. Was geht in ihm vor, wie verändert sich ihr Verhältnis – Was wird er tun?
Diese Fragen liegen mir sehr nahe: Ich war selbst Priesteramtskandidat der Erzdiözese Köln und festen Willens, mein Leben in den Dienst der katholischen Kirche zu stellen. Vor dem Hintergrund dieser tiefgreifenden Erfahrung war es mir wichtig zu erzählen, dass es kein System der Vertuschung gibt, aber das Vertuschen durchaus systematische Züge
hat. Angst, Unvermögen und vorauseilender Gehorsam haben ein Klima geschaffen, in dem diese ungeheuren Vorgänge stattfinden konnten.
Um was es in „Verfehlung“ geht, ist mehr als eine Schuldfrage: Es geht um die Integrität einer Person, um die Wahrhaftigkeit dessen, was sie im Innersten ausmacht. Nämlich dann, wenn es ums Ganze geht, wenn genau diese Integrität schmerzhaft auf die Probe gestellt wird: Ein Drama im besten Sinne.

Verfehlung ist kein knalliger Film, der die katholische Kirche anprangert oder gar mit Dreck bewirft. Schneiders kluges Drehbuch und seine differenzierte Regie analysieren vielmehr die Menschen in der Institution ‚Kirche‘.
Die Darsteller – allen voran Sebastian Blomberg in der Hauptrolle – sind überzeugend.

Hier finden Sie ein Interview mit dem Regisseur, auf dessen künftige Arbeiten man mehr als gespannt sein kann.

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