The Way Back – Der lange Weg

Wir schreiben das Jahr 1940. Ein polnischer Offizier wird von seiner gefolterten Frau denunziert und in eines der berüchtigten sibirischen Arbeitslager deportiert. Hier lernt er die Schwerstarbeit bei gewaltigen Minusgraden und die schikanösen Wärter kennen. Doch unter dem Schutz eines nächtlichen Schneesturms können er und sechs weitere politische Gefangene entkommen. Mit wenig Nahrung und minimaler Ausrüstung versehen und ohne den Standort und die Marschrichtung zu kennen, beschließt die Gruppe, in die Freiheit zu marschieren. Der Weg geht von Sibirien über die Mongolei nach Tibet und schließlich über den Himalaya ins sichere Indien. Vor den Männern, zu denen sich noch eine junge Polin gesellt, liegen vier Jahreszeiten und knapp 7000 Kilometer voller Kälte, Sandstürme, Hunger, Durst und anderen entsetzlichen Qualen.

Im Jahre 1956 veröffentlichte der polnisch-britische Autor Slawomir Rawitz sein Buch „Der lange Weg – Meine Flucht aus dem Gulag“. In den 80ern stellte sich heraus, dass der Autor das Erzählte nicht selbst erlebt hat, auch die Identität der anderen Flüchtlinge ist bis heute nicht geklärt. Nun hat der australische Regisseur Peter Weir die historisch umstrittene Geschichte für die große Leinwand adaptiert. Für die Augen bietet der Streifen grandiose Landschaftsaufnahmen, schließlich ist die Gesellschaft „National Geographic“ einer der Produzenten. Für das Sitzfleisch entpuppt sich „The Way Back“ hingegen als wahrhaftiger Durchhaltefilm: Denn die zähe Inszenierung und die altmodisch-gemächliche Regie haben Schuld daran, dass der Zuschauer dem überlangen Geschehen eher distanziert gegenübersteht. Durch den Mangel an Dramatik bleiben der Kampf der wenigen Überlebenden sowie die strapaziösen Naturgewalten ziemlich abstrakt. Und stellenweise sehr, sehr eintönig.

Land: GB 2010
Laufzeit: 134 Minuten
Regie: Peter Weir
Darsteller/innen: Ed Harris, Colin Farrell, Jim Sturgess, Saoirse Ronan, Dragos Bucur, Mark Strong

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