Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt

Land: USA 2010
Laufzeit: 112 Minuten
Regie: Edgar Wright
Darsteller/innen:
Michael Cera, Alison Pill, Mark Webber, Johnny Simmons, Ellen Wong, Kieran Culkin

Bereits beim im 8-Bit-Sound dudelnden Verleihzeichen wird man darauf eingestimmt, wohin die Reise geht. Nämlich in die Welt der Computernerds und Videospielfreaks. Der Titelheld Scott Pilgrim ist Anfang 20 und ohne Job, dafür aber Bassist der grottigen Rockband „Sex Bob-Omb“. Als er sich in Ramona Flowers verguckt, muss er erst gegen ihre sieben Ex-Freunde kämpfen, bevor er das Mädchen mit der ständig wechselnden Haarfarbe für sich gewinnen kann.

Der britische Regisseur Edgar Wright („Shawn of the Dead“, „Hot Fuzz“) kam 2004 erstmalig mit dem Comic-Roman „Scott Pilgrim“ aus der Feder des kanadischen Zeichners Bryan Lee O’Malley in Kontakt. Für sein Hollywood-Debüt hat er die ersten fünf Bände in enger Zusammenarbeit mit dem Cartoonisten für die Leinwand adaptiert.

Herausgekommen ist eine turbulente und ziemlich überkandidelte Geschichte, die die Zuschauer in exakt zwei Lager spalten wird: Die Kenner der Kultcomis werden sich an dem Einfallsreichtum der Geschichte und ihrer optischen Umsetzung erfreuen. Da rutschen Comic-Geräusche und andere Infotexte ins Bild, da vermischt sich die Realität mit jugendlicher Fantasie. Und immer wieder wechselt die Handlung in ein lautstarkes Videospiel, in deren Levels der Titelheld spektakulär die sieben immer mächtigeren Endgegner niederkämpfen muss, um den Highscore zu steigern und das Mädchen zu erobern.

Doch diese Stärke des Films ist gleichzeitig auch seine große Schwäche: Denn unterm Strich bietet das Abenteuer keine Geschichte, sondern nur eine Aneinanderreihung sinnfreier Szenarios. Und das wird alle Kinobesucher, die die Comicvorlage nicht kennen, knapp zwei Stunden optisch und akustisch überreizen. Oder langweilen.

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