Hüter der Erinnerung – The Giver

Originaltitel: The Giver
Land
: USA 2014
Laufzeit: 97 min
Regie: Phillip Noyce
Darsteller/innen: Brenton Thwaites, Jeff Bridges, Meryl Streep, Taylor Swift, Katie Holmes, Alexander Skarsgård
Kinostart: 2.10.2014

HterDerErinnerung_plakat

© STUDIOCANAL

Teenager-Fantasyliteratur verzeichnet der Buchhandel seit Jahren als feste Größe und bietet sie denn gleich meterweise an. Aber auch in den Kinos kann man damit Millionen verdienen, wie die fünf Filme der „Twilight“-Serie oder die noch laufenden „Tribute von Panem“-Adaptionen beweisen.

Kürzlich waren Veronica Roths Bestsellergeschichten „Die Bestimmung“ an der Reihe. Die Romantrilogie wurde knapp drei Millionen Mal verkauft. Nicht von ungefähr ähneln diese Romane den Geschichten aus dem Panem-Universum: Beides sind Dystopien und in beiden steht eine starke Frau im Mittelpunkt…

„Hüter der Erinnerung“ stammt aus der Feder Lois Lowrys und ging über 10 Millionen mal über den Ladentisch, also musste auch hier eine Verfilmung her: Die zukünftige Welt ist scheinbar voller Harmonie. Die Menschen werden gezielt gezüchtet, mit Drogen ruhig gestellt und rund um die Uhr überwacht, über ihr berufliches Schicksal wird von oben herab entschieden. Der Rat der Ältesten (Meryl Streep als Obermutter) weist den Heranwachsenden in einem beeindruckenden Ritual die künftige Bestimmung zu.
Der 16-jährige Jonas wird dabei zum titelgebenden Hüter der Erinnerung auserkoren. Er trifft seinen Vorgänger, einen alten Mann (Jeff Bridges), der ihn all das lehren soll, was die „neue“ Gesellschaft verdrängt und zum totalen Tabu deklariert hat: Liebe und Solidarität, aber auch Agression und Krieg. Bereits nach kurzer Zeit merkt der Pubertärling, wie verlogen, falsch und mörderisch die eigene Gesellschaft ist.
Zusammen mit seinem Vorgänger beschließt Jonas, das System zu stürzen…

THE GIVER

© STUDIOCANAL

 „So, mein junger Freund, ich werde dir jetzt ganz viele Dinge erzählen, über die du aber mit niemand reden darfst!“ Jeff Bridges als Hüter und Brenton Thwaites als Azubi.

Wer ist die Zielgruppe für diesen angemessen langweiligen Film?
Sicherlich Heranwachsende, die mit solch federleichter Fast-Food-Kino-Kost nicht überfordert sind, während sie im 10-Minuten-Rhythmus ihre Mobiltelefone abfragen müssen…
Allen anderen Zuschauer werden sich hingegen an hirnrissigen Einfällen (man holpert mit merkwürdigen Fahrrädern durchs vermeintliche Paradies…), der Abwesenheit glaubwürdiger Charaktere und den zahlreichen Logiklöchern dieses Streifens stören.

Die Schlussszene ist der Brüller: Wenn Jonas nach unglaubwürdiger Flucht mit einem Baby die mörderische Gesellschaft hinter sich lässt und vor einer schneebedeckten Almhütte steht, würde man sich vor einem Schild „Tante Resi’s Glühwein-Klause“ auch nicht mehr erschrecken!

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