Flyboys – Helden der Lüfte

Land: USA/F/GB 2006
Laufzeit: 139 Minuten
Regie: Tony Bill
Darsteller/innen:
James Franco, Martin Henderson, David Ellison, Jennifer Decker, Jean Reno

Wahrscheinlich gab es in den letzten Monaten durchaus ein paar noch doofere Filme, aber wer mag sich die noch mal schmerzend ins Gedächtnis zurück quälen?

Tatsache ist, „Flyboys – Helden der Lüfte“ ist ziemlich galletreibend. Denn was sich Regisseur Tony Bill zusammen mit dem früheren Produzenten von Roland Emmerich, Dean Devlin, da erlaubt hat, kann man nur als permanente Ansammlung von Peinlichkeiten bezeichnen, die als Actionfilm verkauft wird.

Folgendes erwartet den zahlenden Zuschauer dabei in mehr als zwei Stunden: Wir schreiben das Jahr 1916, an der Westfront Europas wird blutig um jeden Meter Dreck gekämpft. Die „Weltpolizei“ USA hält sich zwar aus dem Krieg heraus, trotzdem erkennen junge Amerikaner ihre gottgegebene Pflicht und machen sich auf noch Frankreich, um gegen die Deutschen in den Luftkrieg zu ziehen.

Während das nachfolgende Spektakel allenfalls für Liebhaber altertümlicher Doppeldecker interessant sein könnte, bekommt der Rest der Zuschauer Standardbausteine aus der Klischeesammlung amerikanischer Drehbuchschreiber präsentiert, wie sie schlimmer kaum sein könnten. Schon die jungen US-Freiwilligen sollte man eher in einer Genreparodie ansiedeln: Ein texanischer Cowboy, ein ständig betender Christ, ein Versager aus einer aristokratischen Familie, ein dunkelhäutiger Boxer sowie weitere Charakterschablonen sind die titelgebenden Helden der Lüfte, die man in einem Schloss unterbringt, in dem ein zahmer Löwe als Maskottchen herumspaziert. Nach kurzem Training müssen die jungen Amiflieger auch schon gegen die deutschen Piloten antreten, wobei die computergenerierten Luftkämpfe linear wie ein Videospiel angelegt wurden. Jeder Einsatz wird eine Spur schwieriger, in jedem Level gibt es zwar leichte Verluste in den eigenen Reihen, die Außenseiter von Übersee bleiben letztendlich doch Sieger gegen die germanischen Flieger. Apropos Deutsche: Eine Horde stereotyp grimmiger und fies grinsender Kämpfer, die so dämlich sind, dass sie beim Plündern eines französischen Bauernhofes nicht mal bemerken, wie ein Doppeldecker hinterm Haus landet…

Da das ständige „Flugzeug vom Himmel putzen“ nicht ganz abendfüllend und frauenkompatibel ist, haben die Autoren noch eine junge Französin reingeschrieben, in die sich der Held aus USA verliebt und die er dann vor den bösen Feinden beschützen muss. Obwohl der Streifen ausgiebig mit männlichen und patriotischen Sprüchen um sich wirft, bekommt der Zuschauer wie die Helden auf der Leinwand vom dreckigen Bodenkrieg so gut wie nichts mit. Süß und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben.

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